Ehrenmedaille des Landtages für Peter Richter aus Leegebruch: Auszeichnung für Initiator des Sachsenhausen-Gedenklaufs

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1964 fand der erste Sachsenhausen-Gedenklauf statt. Das Sportereignis zieht jährlich am 1. Mai Läufer von weit über die Grenzen Oranienburgs an und ist fester Bestandteil der Erinnerungskultur. Erfunden hat den Lauf der Leegebrucher Peter Richter. Für seine Verdienste zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus wurde er auf meinen Vorschlag mit der Ehrenmedaille des Landtages ausgezeichnet.  Eine Teilnahme an der Festveranstaltung im Landtag war Herrn Richter aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich, weshalb ich ihm die Auszeichnung Zuhause in Leegebruch überreichte.

Spitzensportler, Leichtathletikfunktionär, Historiker, Buchautor – Peter Richter ist ein Unikat. Er ist ein ausgewiesener Experte in vielen Bereichen. Hervorzuheben aber ist seine Begeisterung für den Laufsport, die sich wie ein roter Faden durch sein Leben zieht. Im Gespräch mit ihm wurde deutlich, mit welcher Hingabe, Energie und Überzeugung er Dinge anpackte. Das beeindruckt mich sehr und macht auch ehrfürchtig. Mit dem Sachsenhausen-Gedenklauf schuf er ein überregional etabliertes Sportereignis – worauf er zu Recht stolz sein kann. In diesem Jahr war auch ich das erste Mal dabei und konnte mir gleich noch ein paar Tipps vom Profi geben lassen.

Für Peter Richter war klar, dass der Gedenklauf zeitnah zum Tag der Befreiung des KZ-Sachsenhausen durch sowjetische und polnische Soldaten am 22./23. April 1945 stattfinden sollte. Sein Ziel war, die Erinnerung an die Gräueltaten der Nationalsozialisten wach zu halten. Richter, damals Vorsitzender des Kreisfachausschusses Leichtathletik, überzeugte Sachsenhausens Bürgermeister, die Mahn- und Gedenkstätte sowie die damaligen Sportfunktionäre. Am 22. März 1964 war es dann soweit und der Sachsenhausen-Gedenklauf feierte Premiere. Beteiligten sich beim ersten Lauf rund 150 Sportlerinnen und Sportler, so starteten beim 52. Lauf in diesem Jahr bereits 650 Teilnehmer.