„Fridays for Future“-Demo in Oranienburg

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Ich begrüße die Proteste der jungen Menschen, denn es ist ihr selbstverständliches Anliegen und Recht, sich für eine gute Zukunft ihrer Generation zu engagieren. Dabei muss man nicht mit allen Forderungen im Detail  übereinstimmen, um das Ziel, nämlich nicht weniger als die Rettung unserer Erde klar zu unterstützen.

Wichtig finde ich, dass jetzt keine einseitigen Feindbilder aufgebaut werden, wie etwa die Autofahrer, die Kohlestromproduktion oder Flugreisende. Vielmehr muss es darum gehen, dass wir gemeinsam und zwar generationsübergreifend überlegen, wie wir umweltschonend leben wollen und können. Dabei muss dann die Gesamtbilanz auf den Tisch, die zum Beispiel auch den rasant steigenden CO2-Ausstoß durch die Digitalisierung thematisiert, den Verpackungsmüll der „Bestellindustrie“, die Umweltbilanz von E-Autobatterien oder die Frage, wie wir alternative Energie produzieren, wenn vor Ort meist großer Widerstand gegen neue Windenergie- und Biogasanlagen herrscht. Hierauf gibt es oft keine einfachen Antworten, sondern wir befinden uns in einem politischen Aushandlungsprozess, der dann auch noch international funktionieren muss und nicht in Deutschland allein.

Auf jeden Fall sollten wir in Deutschland und auch hier in Brandenburg beim Umwelt- und Klimaschutz mit gutem Vorbild vorangehen, zum Beispiel mit einem weiteren Ausbau umweltfreundlicher Mobilität (mehr Radwege, Busse und Bahnen), mit unserer hohen Quote erneuerbarer Energien (Brandenburg könnte inzwischen zwei Drittel seines Strombedarfs aus erneuerbaren Energien decken), mit einem weiteren Ausbau der ökologischen Landwirtschaft und dem ja schon vereinbarten Ausstieg aus der Braunkohle.

Wie wir noch besser werden können, das möchte ich gern mit den Jugendlichen diskutieren. Dazu gehe ich auf die Jugendlichen zu, freue mich aber auch über jede Einladung zum Gespräch!