Ablehnung des Landkreises Oberhavel von Fußgängerüberwegen in der Sachsenhausener Straße und farblichen Markierungen für Radfahrende ist unverständlich

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Im Juni 2020 fasste die Stadtverordnetenversammlung Oranienburg einstimmig den Beschluss zur Errichtung von Fußgängerüberwegen in der Sachsenhausener Straße und der Roteinfärbung der Radwege bei Überleitung in den Kreisverkehr Runge Straße / Sachsenhausener Straße. Alle Forderungen wurden nun durch den Landkreis Oberhavel abgelehnt, wie die Oranienburger Stadtverwaltung in einem Schreiben an alle Stadtverordneten mitteilte.

Björn Lüttmann (SPD), Stadtverordneter und Landtagsabgeordneter sowie Initiator des Antrags, ist erstaunt über die Ablehnung des Landkreises: „Der Landkreis Oberhavel blockiert die Wünsche der Stadtverordneten nach mehr Sicherheit im Fuß- und Radverkehr. Die Stellungnahme des Landkreises irritiert mich schon sehr. Es wird breit ausgeführt, welche verkehrlichen und örtlichen Voraussetzungen gegen Fußgängerüberwege und farbliche Markierungen für Radfahrende am Kreisel sprechen. Alternativvorschläge werden nicht gemacht. Am Ende folgt jedoch der Verweis, dass ja sechs Querungshilfen im Zuge des Neubaus der Straße in einigen Jahren geplant seien. Weiter läge laut Landkreis keine „zwingende Notwendigkeit“ für eine Roteinfärbung an der Einmündung für Radfahrende am Kreisel vor, während im gleichen Schreiben darauf verwiesen wird, dass der Kreisel seit Jahren als „Unfallhäufungsstelle“ bekannt sei.

Ich finde es frustrierend, mit welcher offensichtlich autozentrierten Sichtweise die Verwaltung des Landkreises hier agiert und Beschlüsse der Stadtverordneten rundweg ablehnt. Es ist doch traurig, dass offenbar erst wieder ein schwererer Unfall geschehen muss, bevor die Verwaltung grünes Licht für mehr Sicherheitsmaßnahmen gibt. Man erinnere sich an den tödlichen Unfall 2018 an der Kreuzung Saarlandstraße/Lehnitzstraße als eine Radfahrerin in die Kreuzung einfuhr und von einem LKW getötet wurde. Danach wurden zur besseren Sichtbarkeit leuchtend rote Markierungen auf der Straße aufgetragen, damit Radfahrende sicherer auf die Straße fahren können.

Nicht nachvollziehbar finde ich ebenfalls die Ablehnung für Fußgängerüberwege. Ich bin mir sicher, dass es viele Menschen gibt, die auch gern mal zu Fuß im Edeka-Markt einkaufen gehen wollen. Ebenso muss es möglich sein, gefahrenfrei zu Fuß oder mit dem Rad die Straße zwischen den Ärztehäusern zu überqueren. Falls auf Grund von Fahrbahnbreiten keine Querungshilfen gebaut werden können, wäre ein Zebrastreifen eine Alternative. Als ablehnende Begründung lediglich 20 Jahre alte Richtlinien anzuführen, finde ich fragwürdig.

Oranienburg engagiert sich seit Jahren in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Kommunen und ist zertifizierte Familiengerechte Kommune. Wir unterstützen die Verkehrswende, wollen den Umstieg vom Auto auf klimafreundliche Mobilität und legen im Land und Bund Förderprogramme für den Ausbau von Radverkehrsinfrastruktur auf. Lese ich vor diesem Hintergrund die Entscheidung des Landkreises, herrscht bei mir völliges Unverständnis. Als SPD-Fraktion werden wir nachhaken, welche Möglichkeiten es gibt, gegen die Entscheidung des Landkreises vorzugehen.“