Atommüll-Endlager in Oberhavel? – Aufruf zur Beteiligung an der Standortsuche

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Weite Flächen in Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, der Prignitz und anderen Landkreisen im Land Brandenburg zählen zu potenziell geeigneten Flächen für ein Endlager für radioaktive Abfälle. Gesteuert wird das Auswahlverfahren durch den Bund, der auch die Entscheidung über den Standort trifft. Öffentliche Fachkonferenzen zur Standortsuche bieten jedoch Möglichkeiten zum Mitmachen, Mitdiskutieren und Mitarbeiten an. Der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann ruft Bürgerinnen und Bürger sowie kommunalpolitisch Aktive dazu auf, sich zu informieren und in die Diskussion zur Standortsuche einzubringen. Auf diesem Weg können Hinweise gegeben und auch eventuelle Bedenken geäußert werden. Die nächste Online-Fachkonferenz findet vom 10. bis 12. Juni statt. (Informationen und Anmeldung unter folgendem Link: https://www.fachkonferenz-anmeldung.de/)

Seit 2017 läuft die Suche nach einem Endlager für Atommüll in Deutschland. 2031 soll ein geeigneter Standort gefunden und ab 2050 für 1 Million Jahre genutzt werden. Von 90 potenziellen Gebieten in ganz Deutschland liegen 17 im Land Brandenburg. Erst seit einigen Tagen informiert das Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg auf seiner Internetseite über den Prozess zur Standortsuche. Angeregt hatte dies der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann, der in einem Schreiben an Ministerin Nonnemacher mehr Information und Öffentlichkeitsarbeit für die Brandenburgerinnen und Brandenburger forderte.

Björn Lüttmann kommentiert:

„Der Ausstieg aus der Atomenergie ist beschlossene Sache und es ist klar, dass ein Standort gefunden werden muss, an dem der strahlende Atommüll sicher gelagert werden kann. Wenn wir aber ehrlich sind, wäre sicher niemand begeistert, radioaktiven Müll in seiner Region zu haben. Deshalb ist es wichtig, dass das Auswahlverfahren für ein Endlager so transparent wie möglich und unter aktiver Bürgerbeteiligung erfolgt. Andernfalls gibt es am Ende vielleicht ein böses Erwachen und der ganze Auswahlprozess könnte in Frage gestellt werden. Noch steht das Verfahren der Standortsuche ziemlich am Anfang und jeder der sich einbringen möchte, kann dies tun. Ich hoffe, dass viele Brandenburgerinnen und Brandenburger die existierenden Beteiligungsformate nutzen. Die neuen Hinweise auf den Internetseiten des Verbraucherschutzministeriums sind dabei sehr hilfreich und geben eine gute Orientierung. Ich werde die Endlagersuche auf jeden Fall begleiten und auch an der Online-Fachkonferenz in der nächsten Woche zeitweise teilnehmen.“

 

Links und Kontakte zum Thema Endlagersuche:

  1. Info-Seite des Brandenburger Verbraucherschutzministeriums: https://msgiv.brandenburq.de/msgiv/de/themen/verbraucherschutz/strahlenschutz/endlagersuche
  2. Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung: endlagersuche-infoplattform.de
  3. Bundesgesellschaft für Endlagerung: bge.de
  4. Nationales Begleitgremium: nationales-begleitgremium.de