Was macht die „Oranienburger Tafel“ über Weihnachten?

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Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der „Oranienburger Tafel“ sind auch unmittelbar vor den Weihnachtsfeiertagen für die Menschen da, die wenig im Geldbeutel haben. Ich habe mir kurz vor Weihnachten noch einmal vor Ort ein Bild davon gemacht, wie die Lebensmittel aus Discountern und Supermärkten der Region zusammengetragen und in Kisten vorsortiert werden. Der bunte Mix aus Obst , Gemüse und Fleisch, aber auch vegetarischem und verganem Fleischersatz sowie Süßigkeiten kann dort von den Bedürftigen für vier Euro pro Kiste erworben werden.

Während dienstags und freitags „einheimische“ Kundinnen und Kunden an der Tafel einkaufen, sind es mittwochs Menschen mit Migrationshintergrund, vor allem Asylsuchende. Diese Teilung wurde 2016 eingeführt, nachdem es zu Konflikten zwischen den Kundengruppen gab.

Als Schirmherr der „Oranienburger Tafel“ freut es mich sehr, dass nun darüber nachgedacht wird, diese Einteilung zwischen Menschen mit ausländischen und deutschen Wurzeln wieder abzuschaffen. Das habe ich im Gespräch mit dem neuen Projektkoordinator des Arbeitslosenservices, Julian Puhle, erfahren. In Zehdenick – Julian Puhle ist auch für diesen Standort zuständig – gibt es diese Trennung nicht. Mit der Auflösung der getrennten Ausgabe von Lebensmitteln kann aus meiner Sicht auch ein Beitrag zur Integration der Flüchtlinge geleistet werden.

Lediglich Weihnachten und am Silvestertag legen die 25 Mitarbeiter der Tafel in den nächsten Tagen eine Pause ein. Ansonsten sind sie für die Bedürftigen da. Dass die Tafel ohne die vielen Ehrenamtlichen unter den Mitarbeitern gar nicht funktionieren würde, hob Gerd Symann hervor, der seit etwa zwei Jahren der Tafelkoordinator in Oranienburg ist. Sechs Fahrer würden täglich mit drei Transportern ausschwärmen, um die Waren einzusammeln, die in den Märkten nicht mehr verkauft werden dürfen.

Ich finde die Ausgabe günstiger Lebensmittel durch die Tafel sehr gut. Es ist für die wirtschaftlich und finanziell Schwächeren neben dem Arbeitslosengeld II, welches die Grundversorgung sichert, ein Zusatzangebot. Gerade jetzt – in der Weihnachtszeit – haben sie dadurch womöglich die Chance, sich Dinge zu leisten, die sie sonst nicht “drin wären“. Zugleich leistet die Tafel einen Beitrag gegen die Lebensmittelverschwendung, was mich in meiner Funktion als ernährungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag besonders freut.