Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen: In Sachen Zuwegung und Besucherlenkung ist Geduld gefragt!

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Zur Diskussion um Lösungsvorschläge für eine neue Lenkung der Besucherströme zur Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen erklärt Björn Lüttmann, Landtagsabgeordneter und Stadtverordneter für Oranienburg: 

„Ich unterstütze seit langem das Ansinnen der Anwohnerinnen und Anwohner der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, den Busverkehr aus dem Wohngebiet heraus zu verlegen. Ich begrüße es in diesem Zusammenhang, dass die Stadt Oranienburg im Haushalt für 2021 mit 60 000 Euro für Planungen einstellen wird. Es ist wichtig, dass die Verwaltung die neue Zuwegung, die Schaffung eines neuen Reisebusparkplatzes und die Neugestaltung des alten Parkplatzes auch finanziell unterstützt.

Im vergangenen Jahr hat es bei diesem komplexen und brisanten Thema wirklich große Fortschritte gegeben. Mit starkem Einsatz und Engagement hat die neue Kulturministerin und Stiftungsratsvorsitzende Dr. Manja Schüle sich der Thematik angenommen und ein erstes positives Votum des Stiftungsrates herbeigeführt. Auch Herrn Dr. Axel Drecoll, dem Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten und Leiter der Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen, ist hierfür sehr zu danken.

Auch ich wünsche mir nun, dass so schnell wie möglich konkrete Planungen und Bauvorhaben präsentiert werden und in die Umsetzung gehen. Doch bei allem Tempo darf nicht vergessen werden, wie viele unterschiedliche Institutionen und ihre Interessen einzubinden sind. Daran wird im Hintergrund emsig gearbeitet, darauf können sich auch die Anwohnerinnen und Anwohner verlassen.

Das gesamte Gelände des ehemaligen KZ Sachsenhausen ist ein internationaler Gedenkort, ja in Teilen ein Friedhof. Hier wurden Menschen gefoltert, gequält und ermordet. Es ist deshalb bereits ein großes Zugeständnis des Stiftungbeirats, ein erstes Signal für die Verlegung des Reisebusparkplatzes gegeben zu haben. Wir dürfen nicht vergessen: Fast alles, was in den nächsten Jahren auf dem Gedenkstättengelände an neuen Zuwegungen und Umbauten passiert, hat einen hohen symbolischen Stellenwert. Als Mitglied des Fördervereins der Gedenkstätte und des Museums Sachsenhausen, kenne ich die Bedenken einiger Beteiligter, zu denen auch Angehörige von Opfern des Konzentrationslagers zählen. Deshalb ist es beim verständlichen Wunsch nach mehr Tempo wichtig, dass alle Beteiligten in dem Prozess die nötige Geduld für die Neugestaltung der Gedenkstätte und ihrer Zuwegung mitbringen. Ein zu starkes Drücken aufs Tempo könnte im schlimmsten Fall wieder zu Stillstand führen. Das wäre fatal.

Ich vertraue darauf, dass es in den nächsten Monaten und Jahren gelingen wird, dass die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, Opferverbände, Stadt, Land und Bund an Lösungen arbeiten, die für alle verträglich sind. Diese Arbeit trägt bereits erste Früchte und wenn es weiterhin ein vertrauensvolles Miteinander gibt, zweifle ich nicht daran, dass in absehbarer Zeit auch eine endgültige Entscheidung zur Zuwegung und zum Neubau des BIZ vorgelegt werden können.“

Foto von 2019: Gedenkstättenleiter Dr. Axel Drecoll erläutert MdB Carsten Schneider und mir aktuelle Planungen für die Gedenkstätte Sachsenhausen