Pakt für Pflege: Lüttmann ruft Kommunen und Träger zur Antragstellung auf

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22 Millionen Euro stellt die Landesregierung jährlich bereit, um Pflege in den Kommunen zu verbessern, Pflegestrukturen auszubauen oder pflegende Angehörige zu entlasten. Der Landtagsabgeordnete und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD im Landtag für den Bereich Soziales, Björn Lüttmann, erkundigte sich bei der Landesregierung zum Sachstand bei der Beantragung und Bewilligung von Mitteln zur Umsetzung des Pakts für Pflege.

Björn Lüttmann erklärt: „Der Pakt für Pflege ist gut angelaufen, aber da geht noch mehr! Ich rufe deshalb alle Landkreise und kreisfreien Städte, Ämter und Gemeinden sowie Träger von Pflegeangeboten dazu auf, die neuen Fördermittelangebote noch stärker in Anspruch zu nehmen. Einige Kommunen profitieren bereits von Fördermitteln der vier Säulen für bessere Pflege: Wie die Landesregierung mitteilte, wurden bisher 14 Anträge in Höhe von 565.000 Euro für Maßnahmen der Säule „Pflege vor Ort“ gestellt, 427.000 Euro sind bewilligt. Die Umsetzung erfolgt in 2021 oder 2022. Erst zwei Landkreise haben Anträge in Höhe von 421.000 Euro für Mittel zum Ausbau und Weiterentwicklung von Pflegestützpunkten gestellt. Die Richtlinie für die dritte Säule „Ausbau der pflegerischen Versorgungsstruktur“ wurde erst vor wenigen Tagen veröffentlicht, weshalb hierfür noch keine Anträge vorliegen. Für Maßnahmen aus der Säule vier des Pakts „Fachkräftesicherung und Ausbildung“ sind ebenfalls Anträge gestellt worden. Für Miet- und Investitionskosten von Pflegeschulen wurden 351.000 Euro beantragt. Für das Projekt „Neu kreieren statt addieren“ (NEKSA) sind 159.000 Euro beantragt und bewilligt worden.

Mit den passgenauen Landesförderungen aus dem Pakt für Pflege können schon bestehende Pflegestrukturen gestärkt und gleichzeitig Weichen für die Zukunft gestellt werden. Die Anzahl an pflegebedürftigen Menschen im Land nimmt weiter zu. Ein gutes, selbstbestimmtes Leben im Alter, am besten in der gewohnten Umgebung, ist ein wichtiges Ziel der Landesregierung. Da die meisten Pflegebedürftigen von Angehörigen gepflegt werden, hat auch die Entlastung von pflegenden Personen hohe Priorität. Mit dem Pakt für Pflege haben wir gute Instrumente entwickelt, diese Ziele zu realisieren.“


Die vier Säulen des Pakts für Pflege: Ziel aller Maßnahmen ist die Sicherstellung guter Pflege und das selbstbestimmte Leben älterer und pflegebedürftiger Menschen.

  1. Pflege vor Ort
    Insgesamt 11,7 Millionen Euro stehen jährlich zur Verfügung, mit denen Hilfen im Vor- und Umfeld von Pflege gefördert werden können. Gefördert werden zum Beispiel der Ausbau alltagsunterstützender Angebote, Nachbarschaftshilfen, Demenz-Kurse oder Heimwerkerprojekte zur Schaffung von Barrierefreiheit im Wohnraum.
  2. Ausbau der Pflegeberatung
    Die bereits landesweit 19 Pflegestützpunkte sollen ausgebaut und weiterentwickelt werden. Bis zu 2 Millionen Euro an Fördermitteln stehen zur Verfügung.
  3. Ausbau der pflegerischen Versorgungsstruktur
    Für Investitionen zur Schaffung neuer zusätzlicher Plätze der Kurzzeit-, der Tages- oder der Nachtpflege sind 5 Millionen Euro Fördermittel abrufbar. Träger von pflegerischen Angeboten können über Landkreise und kreisfreie Städte entsprechende Förderanträge stellen.
  4. Fachkräftesicherung und Ausbildung
    Der Pflegeberuf soll attraktiver werden sowie der Nachwuchs von Fach- und Assistenzkräften in der Pflege gesichert werden. Mit der Beteiligung an der Ausbildungsfinanzierung oder der Begleitung von Pflegeschulen und Ausbildungsbetrieben durch das bereits 2018 ins Leben gerufene Projekt „Neu kreieren statt addieren“ (NEKSA), soll dies gelingen.

Weitere Informationen zum „Pakt für Pflege“ bietet das Landesamt für Soziales und Versorgung: https://lasv.brandenburg.de/lasv/de/zuwendungen/pakt-fuer-pflege/


Die Antwort der Landesregierung können Sie hier nachlesen: Umsetzung Pakt für Pflege im Land Brandenburg


Fotohinweis: Das Foto entstand vor Beginn der Corona-Pandemie in einer Oranienburger Tagespflege für Seniorinnen und Senioren.