Pflege bleibt große Herausforderung der Zukunft

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Die Pflege im Land Brandenburg ist – wie in der gesamten Republik – ein stetig wachsender Sektor. Angebot und Nachfrage nach ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen haben sich in den letzten 10 Jahren deutlich vergrößert. So stieg die Zahl bei den ambulanten Pflegediensten von 2005 bis 2015 von 509 auf 697 und die Zahl der voll- und teilstationären Einrichtungen von 320 auf 488. Zudem stieg die Anzahl an Beschäftigten im Pflegebereich gleichzeitig um rund 71 Prozent. Pflegebedürftige im Land profitieren somit von einer verbesserten Quote von Beschäftigten pro pflegebedürftiger Person. So lauten die Grundaussagen der Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage meiner Fraktionskollegin Sylvia Lehmann und mir. 

Die Antwort auf die Kleine Anfrage macht aber auch deutlich, wo die Probleme im Pflegebereich liegen. So bewertet die Landesregierung den Anstieg von Leiharbeits- oder Honorarkräften in der Pflege als kritisch. Es besteht die Gefahr, dass Aufgaben im Pflege- und Betreuungsprozess aufgrund des zeitlich befristeten Einsatzes in Einrichtungen nicht angemessen wahrgenommen werden können. Die Landesregierung sieht insbesondere die Bundesregierung in der Pflicht, die Bezahlung und die Beschäftigungsbedingungen in der ambulanten und stationären Pflege attraktiver zu gestalten.

Seit Jahresbeginn besuchte ich verschiedene Pflegeanbieter in der Region, um einen Eindruck unserer Angebote und Dienstleistungen im Pflegebereich zu bekommen. Ich besuchte den Pflegedienst Gehrmann in Oranienburg, die Lebenshilfe Oberhavel Süd, die Hauskrankenpflege Vanselow in Leegebruch, domino-world in Oranienburg sowie verschiedene Pflegeeinrichtungen der LAFIM-Gruppe in Oranienburg. In den Gesprächen mit Fachkräften, Leitungen, Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen standen immer Themen wie Bezahlung und Fachkräftemangel im Vordergrund. Die vor Ort aufgeworfenen Fragen stellte ich an die Landesregierung.

Für mich ist klar, dass die Politik den Rahmen schaffen muss, damit gute Pflege überall im Land sichergestellt bleibt. Pflegekräfte brauchen gute Arbeitsbedingungen und eine faire Bezahlung. Wer Pflege benötigt, muss sie sich zudem leisten können. Nicht der Geldbeutel oder die Wohnregion darf dabei entscheidend sein. Die Landesregierung machte in ihrer Antwort deutlich, dass der Bund am Zug ist und Rahmenbedingungen in der Pflege verbessern muss. Ein bundeseinheitlicher Tarifvertrag wie es die SPD und die Gewerkschaften fordern, wäre der richtige Weg für mehr Gerechtigkeit und Wertschätzung in der Altenpflege. Damit könnten der Fachkräftemangel und Leiharbeitstrend eingedämmt werden. Auch der Wettbewerb um Fachkräfte zwischen den Einrichtungen würde sich reduzieren.

Als Land müssen wir uns in den nächsten Jahren insbesondere um die baulichen Rahmenbedingungen für stationäre Einrichtungen und die Ausbildung der Pflegekräfte kümmern. Bei letzterem bin ich froh, dass wir im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen noch einmal die Landeszuschüsse an die Altenpflegeschulen erhöhen werden. Insgesamt wird aus der Antwort deutlich, dass die Bedeutung der Pflege in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Ich habe mir deshalb vorgenommen, meine „Tour durch die Pflege“ auch künftig weiterzuführen und die Wünsche der Betroffenen vor Ort an die Landesregierung weiterzugeben!

Die Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage finden Sie unter folgendem Link: Antwort Kleine Anfrage